Totentanz im Lichtspiel: Mina Barthel trifft auf Bergmans Das siebente Siegel


Datum und Uhrzeit
Künstler
Veranstaltungsort
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Zwischen Erinnerung und Schachspiel: Totentanz-Filmmatinee in Bamberg
Ein Sonntagmittag im Zeichen der großen Fragen: Die Totentanz-Filmmatinee im Lichtspiel – Kino & Café verbindet die Kurzdokumentation Mina Barthel mit Ingmar Bergmans stilprägendem Klassiker Das siebente Siegel. Das Programm führt von der Erinnerung an eine ermordete Bamberger Schauspielerin zu einer der eindringlichsten filmischen Auseinandersetzungen mit Tod, Glauben und menschlicher Existenz.
Mina Barthel: Eine Bamberger Lebensgeschichte
Den Auftakt bildet die Kurzdokumentation Mina Barthel von Christian Deusel. In Interviews nähert sich der Film der jüdischen Schauspielerin und ehemaligen Besitzerin des Bamberger Böttingerhauses. Mina Barthel wurde 1941 von den Nationalsozialisten nach Riga deportiert und dort ermordet. Ihre Geschichte verankert das Festivalthema Totentanz in der lokalen Erinnerungskultur und verleiht der Matinee eine besondere historische und menschliche Tiefe.
Ingmar Bergmans Klassiker über Leben, Tod und Glauben
Im Zentrum des Programms steht anschließend Ingmar Bergmans Das siebente Siegel aus dem Jahr 1957. Ritter Antonius Block kehrt von den Kreuzzügen in eine von der Pest heimgesuchte Heimat zurück. Als der Tod ihn holen will, erkauft sich der Ritter einen Aufschub für die Dauer einer Schachpartie.
Bergmans Schwarzweißbilder verwandeln die mittelalterliche Landschaft in eine Bühne existenzieller Prüfung. Zwischen Spiel und Ernst, Zweifel und Hoffnung sucht Block nach dem Sinn des Lebens und nach Gewissheit im Glauben. Sein Knappe Jöns begegnet der Welt dagegen mit einer wachen, oft irdischen Direktheit. Die Dramaturgie spannt so einen eindrucksvollen Bogen zwischen metaphysischer Suche und den unmittelbaren Abenteuern des Menschseins.
Einführungen mit historischer und literarischer Perspektive
Zur Einführung in Bergmans Totentanz-Klassiker spricht Michael Hanisch, Vorstandsmitglied der Europäischen Totentanz-Vereinigung. Die Einführung zur Kurzdokumentation übernimmt der Bamberger Schriftsteller Martin Beyer, Autor des diesjährigen Totentanz-Stückes. Mina Barthel gehört zu den Figuren dieses Bühnenwerks, das Ende Oktober und Anfang November auf dem Bamberger Domplatz aufgeführt wird.
Die Veranstaltung verbindet damit Filmkunst, Theatergeschichte und Erinnerungskultur. Das Publikum erlebt ein konzentriertes Bühnenerlebnis im erweiterten Sinn: eine atmosphärische Kinomatinee, in der Projektion, Einführung und historische Reflexion zu einem vielschichtigen Kulturereignis verschmelzen.
Fazit: Ein eindringlicher Auftakt zum Totentanz-Festival
Diese Matinee richtet den Blick auf zwei Gesichter des Totentanzes: auf das konkrete Schicksal Mina Barthels und auf Bergmans zeitlose Allegorie vom Menschen, der dem Tod am Schachbrett begegnet. Wer Filmklassiker, Theateratmosphäre, Erinnerungskultur und dramaturgisch starke Fragen nach Glauben und Vergänglichkeit schätzt, erlebt im Lichtspiel einen außergewöhnlichen Festivalmoment.
Offizielle Kanäle von Lichtspiel & Odeon:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.lichtspielkino.de/









