Glaube Liebe Hoffnung im Pfarrheim St. Gangolf: Ein Totentanz der Gegenwart

Event: Glaube Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz in Pfarrheim St. Gangolf, Gangolfplatz 1, 96050 Bamberg on 5. November 2026

Datum und Uhrzeit

5. November 2026 19:30 Uhr

Künstler

Veranstaltungsort

Bamberg
Bamberg, Deutschland

Über diese Veranstaltung

Theater

Stimmung

Sonstige

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Ein bitterer Totentanz über Hoffnung, Ausgrenzung und die Härte des Alltags

Wenn bürokratische Regeln schwerer wiegen als menschliche Not, beginnt für Elisabeth ein Kampf ums Überleben. Das Theater im Gärtnerviertel bringt Ödön von Horváths gesellschaftskritisches Stück Glaube Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz am 5. November 2026 ins Pfarrheim St. Gangolf nach Bamberg.

Elisabeth gegen die kalte Ordnung

Im Zentrum der Inszenierung steht eine junge Frau ohne festen Platz in der Gesellschaft. Elisabeth hält an ihrem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben fest, doch jeder Schritt nach vorn führt sie tiefer in ein Geflecht aus Ämtern, Vorurteilen und sozialer Kälte. Notlügen werden zur Überlebenskunst, die Sehnsucht nach Liebe zur gefährlichen Illusion.

Horváth erzählt bitter, komisch und erschreckend aktuell von einer Welt, in der kleine Vorschriften große Folgen entfalten. Das Stück entstand 1932 gemeinsam mit Lukas Kristl und richtet den Blick auf den Kampf des Individuums gegen bürokratische Verantwortungslosigkeit und gesellschaftliche Gleichgültigkeit.

Eine Inszenierung zwischen Groteske und menschlicher Tragödie

Regisseurin Heidi Lehnert führt das Ensemble durch eine Dramaturgie, in der das Alltägliche ins Unheimliche kippt. Horváths typische Verbindung aus lakonischem Dialog, schwarzem Humor und sozialer Beobachtung erzeugt eine eigentümliche Spannung: Das Publikum erkennt die Skurrilität der Situationen und spürt zugleich deren existentielle Bedrohung.

Bühne und Kostüme von Linda Hofmann und Barbara Rose-Andres geben dem gesellschaftlichen Panorama eine sichtbare Gestalt. Musik von Guido Apel, Lichtdesign von Laurin Drechsel und die Arbeit von Kerstin Thierschmann an der Maske verdichten die Theateratmosphäre zu einem Bühnenerlebnis zwischen nüchterner Realität und beklemmendem Totentanz.

Schauspielkunst mit bitterem Nachhall

Benjamin Bochmann, Ursula Gumbsch, Gerald Leiß, Laura Mann und Patrick L. Schmitz verkörpern die Figuren dieser sozialen Versuchsanordnung. Ihre Schauspielkunst macht spürbar, wie schnell Menschlichkeit unter dem Druck von Armut, Misstrauen und institutioneller Macht zerbricht.

Die Publikumsreaktion zielt dabei nicht auf leichte Unterhaltung. Diese Inszenierung fordert den Blick heraus, öffnet den Raum für Nachdenken und lässt Horváths Frage bis in die Gegenwart nachwirken: Was geschieht mit einem Menschen, wenn eine Gesellschaft nur noch auf seine Akten, seine Fehler und seine Verwertbarkeit schaut?

Fazit: Ein Theaterabend, der nicht loslässt

Glaube Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz verspricht ein konzentriertes, gesellschaftlich hellwaches Theatererlebnis in besonderer Atmosphäre. Wer Horváths präzise Sprache, bitteren Humor und die Kraft einer engagierten Inszenierung live erleben möchte, findet am 5. November 2026 im Pfarrheim St. Gangolf einen Abend voller Spannung, Menschlichkeit und unbequemer Aktualität.

Offizielle Kanäle von Theater im Gärtnerviertel TIG:

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Quellen:

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