Heimsuchung im ODEON Bamberg: Ein Haus wird zum Gedächtnis der Geschichte


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Ein Haus als stiller Zeuge deutscher Geschichte
Am 15. Oktober 2026 entfaltet sich im ODEON – Kino & Café Bamberg ein eindringliches Geschichtspanorama: Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte erzählt von einem Haus an einem märkischen See und den Menschen, deren Hoffnungen, Verluste und Neuanfänge sich über fast ein Jahrhundert hinweg darin spiegeln.
Generationen zwischen Heimat und Umbruch
Die Romanverfilmung nach Jenny Erpenbecks viel beachtetem Bestseller führt durch die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg, die DDR und die Wiedervereinigung. Während sich draußen die politischen Verhältnisse radikal verändern, bleibt das Anwesen als konstante Bühne bestehen. Seine wechselnden Bewohner hinterlassen Spuren, Erinnerungen und ungelöste Fragen nach Zugehörigkeit.
Volker Schlöndorff inszeniert ein historisches Mosaik
Regisseur Volker Schlöndorff, ausgezeichnet für seine Verfilmung von Günter Grass’ Die Blechtrommel, überträgt Erpenbecks literarische Mehrstimmigkeit in eine filmische Dramaturgie. Die Inszenierung verbindet persönliche Schicksale mit den großen Bruchlinien des 20. Jahrhunderts und macht Geschichte als menschliche Erfahrung sichtbar: in Blicken, Räumen, Landschaften und dem Schweigen zwischen den Generationen.
Starbesetzung und atmosphärische Bildsprache
Martina Gedeck, Lars Eidinger, Susanne Wolff, Ulrich Matthes, Michael Maertens, Angela Winkler und Detlev Buck verkörpern Figuren, deren Lebenswege von Vertreibung, Anpassung, Widerstand und der Suche nach einem Ort der Zugehörigkeit geprägt sind. Das Bühnen- und Raumgefühl des Kinos wird dabei zum Resonanzraum für eine Geschichte, in der Kostüm, Szenenbild, Lichtstimmung und Akustik die wechselnden Epochen sinnlich erfahrbar machen.
Literaturadaption mit historischer Tiefe
Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte versteht sich als Drama und Literaturadaption zugleich. Die Dramaturgie folgt nicht nur einer einzelnen Biografie, sondern einem Ort, der zum Gedächtnis wird. So entsteht ein vielschichtiges Porträt deutscher Geschichte, in dem sich private Entscheidungen und politische Gewalt unmittelbar berühren.
Fazit: Kino als Erinnerungsraum
Das Publikum erwartet ein konzentriertes Bühnenerlebnis der besonderen Art: keine Theateraufführung, sondern eine große filmische Inszenierung im geschützten Raum des ODEON. Wer deutsche Geschichte aus der Perspektive ihrer Bewohner erleben und einer hochkarätigen Schauspielkunst begegnen möchte, findet in diesem Abend ein bewegendes Kinoereignis.
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