ETA Show: Große Geister verwandelt Bambergs Theater in ein musikalisches Geisterhaus


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Wenn große Geister die Bühne heimsuchen
Ein Geisterhaus wird zum Schauplatz einer ungewöhnlichen Begegnung: In der ETA Show: Große Geister treffen E.T.A. Hoffmann, Heinrich von Kleist, Wolfgang Amadeus Mozart und Donna Anna aus Mozarts Don Giovanni aufeinander. Zwischen literarischem Spuk, schwarzem Humor und Musik entsteht im E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg ein Bühnenerlebnis über Einsamkeit, künstlerische Besessenheit und den Wunsch, endlich verstanden zu werden.
Eine Wohngemeinschaft der Untoten
Die Dramaturgie führt in ein Zwischenreich, in dem sich die großen Geister der Kulturgeschichte seit Jahrhunderten gegenseitig auf die schriftstellerischen Nerven gehen. E.T.A. Hoffmann und Heinrich von Kleist begegnen sich mit scharfem Geist, während Mozart und Donna Anna eine musikalische Spur durch die geheimnisvolle Theaterwelt ziehen. Die legendäre Fremdenloge Nummer 23 wird dabei zum atmosphärischen Resonanzraum für Hoffmanns Erzählung Don Juan.
Humor, Musik und eine fragile Gemeinschaft
Unruhe bringt der abgehalfterte Show-Moderator ETA in die illustre Runde. Nach einem Burnout sucht er Zuflucht bei den Geistern und macht sich in ihrer unfreiwilligen Wohngemeinschaft breit. Was zunächst wie ein Kampf um Raum, Aufmerksamkeit und Deutungshoheit beginnt, entwickelt sich zu einer überraschenden Annäherung. Die Inszenierung verbindet komödiantisches Timing mit musikalischen Momenten und einer Dramaturgie, die historische Figuren in eine gegenwärtige Sehnsucht überführt.
Bühnenkunst mit literarischem Nachhall
Regisseur und Konzeptgeber Daniel Seniuk öffnet den Blick auf die Geschichte des Hauses und verwandelt das E.T.A.-Hoffmann-Theater selbst in einen handelnden Ort. Ausstattung und Kostüme von Anna Siegrot unterstützen die schillernde Geisteratmosphäre, während Videoelemente von Alexander Drabusch und Lennart Peters zusätzliche Ebenen zwischen Erinnerung, Realität und Spuk schaffen. Die Dramaturgie von Lea Mantel verbindet historische Anspielungen mit einer zugänglichen, humorvoll-musikalischen Erzählweise.
Ein Abend zwischen Theatergeschichte und Gegenwart
Die Schauspielkunst des Ensembles lässt literarische und musikalische Geister in unmittelbarer Nähe erscheinen. Hennie Gerdes, Avi Meyer, Laura Röseler, Daniel Seniuk, Stephan Ullrich, Luke Venatier und Daniel Warland geben dem Abend seine wechselnden Tonlagen: pointiert, melancholisch, grotesk und immer wieder überraschend musikalisch. So entsteht eine Theateratmosphäre, in der sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen und die Publikumsreaktion zwischen Lachen, Staunen und Nachdenken pendelt.
Fazit: Ein Geisterabend mit Seele
Die ETA Show: Große Geister verspricht ein ungewöhnliches Bühnenerlebnis für alle, die Literatur, Musik und Theatergeschichte in einer eigenwilligen Inszenierung erleben möchten. Wer das E.T.A.-Hoffmann-Theater einmal als schillerndes Geisterhaus der Kunst entdecken will, sollte diesen humorvollen und musikalischen Abend live erleben.
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