Bamberg eröffnet das Totentanzfestival mit Musik, Geschichte und bewegenden Perspektiven


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Ein Todesreigen als Spiegel der europäischen Kulturgeschichte
Der Eröffnungsvortrag des 1. Bamberger Totentanzfestivals führt am 2. Oktober 2026 im Alten E-Werk durch acht Jahrhunderte europäischer Kunst. Unter dem Titel Auch du musst in den Reigen beleuchtet Michael Hanisch die faszinierende Geschichte des Totentanzmotivs – von mittelalterlichen Fresken über Musik und Literatur bis zur politischen Kunst der Gegenwart.
Vom Danse Macabre zur europäischen Bildsprache
Im Zentrum steht der mittelalterliche Danse Macabre. Um 1424 entstand auf dem Pariser Friedhof Saint-Innocent ein monumentales Fresko, das den Tod als großen Gleichmacher inszenierte. Papst, Kaiser, Bürger, Kind und Säugling: Niemand entkommt dem Reigen. Vergleichbare Darstellungen verbreiteten sich rasch in Europa, unter anderem in Konstanz, Ulm, Basel, Bern sowie in den Niederlanden, Dänemark und Schweden.
Musik, Vortrag und lebendige Bühnenatmosphäre
Der Abend verbindet historische Einordnung mit musikalischen Momenten. Auf die Eröffnung durch Ulrike Siebenhaar, Referentin für Kultur, Welterbe und Tourismus, folgen Musik, der Vortrag von Michael Hanisch und ein weiterer Beitrag von Dr. med. Eva Nießen. Die dramaturgische Abfolge schafft einen Wechsel aus Klang, Reflexion und konzentriertem Zuhören.
Michael Hanisch: Fachwissen aus Theater und Totentanzforschung
Michael Hanisch leitet das Künstlerische Betriebsbüro am ETA Hoffmann Theater. Seit seinem Studium beschäftigt er sich mit dem Totentanz, ist Vorstandsmitglied der Europäischen Totentanz-Vereinigung Bundesrepublik Deutschland e.V. und Mitherausgeber der Zeitschrift Totentanz Aktuell. Seine Perspektive verbindet kunsthistorische Expertise mit Erfahrung aus der Theaterpraxis und der Bühnenorganisation.
Der Bamberger Totentanz im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt gilt dem Bamberger Totentanz auf dem Michelsberg, der als herausragendes Beispiel barocker Totentanzkunst vorgestellt wird. Der Vortrag spannt den Bogen weiter bis in das 20. und 21. Jahrhundert. Dabei zeigt sich, wie Künstlerinnen und Künstler das Motiv immer wieder nutzen, um Trauer, Wut, Trost und die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit auszudrücken.
Ein Abend zwischen Erinnerung und Gegenwart
Im Anschluss an den Hauptvortrag spricht Dr. med. Eva Nießen, Chefärztin des Hospiz- und Palliativzentrums Christine Denzler-Labisch Haus SAPV, über You’ll never walk alone – Palliativmedizin als Begleitung an der Lebensgrenze. So verbindet der Abend Kunstgeschichte mit einer aktuellen, menschlichen Perspektive auf Abschied, Sterben und Begleitung.
Das Publikum erwartet ein facettenreiches Kulturereignis mit Musik, historischen Bildwelten und fachkundigen Vorträgen. Wer den Totentanz nicht nur als mittelalterliches Motiv, sondern als lebendige Ausdrucksform europäischer Kultur erleben möchte, findet im Alten E-Werk einen eindringlichen Auftakt zum Bamberger Totentanzfestival.
Offizielle Kanäle von Michael Hanisch:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Spotify: kein offizielles Profil gefunden
- TikTok: kein offizielles Profil gefunden









