Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff in der Staatsbibliothek erleben


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Vergessene Kunst in Bamberg: Eine Wiederentdeckung von Alexej Borutscheff
Die Staatsbibliothek Bamberg öffnet mit Vergessene Kunst in Bamberg. Alexej Borutscheff (1911–1994) ein kunsthistorisch aufschlussreiches Kapitel der Nachkriegszeit. Die Ausstellung führt in das Schaffen eines Künstlers, der Bamberg über Jahrzehnte prägte und dessen Werk nun erstmals umfassend sichtbar wird.
Ein Künstler zwischen Architektur, Zeichnung und Literatur
Alexej Borutscheff wurde 1911 im westlichen Russland geboren, kam 1941 in deutsche Kriegsgefangenschaft und lebte seit 1945 in Bamberg. Der studierte Architekt wandte sich bald ganz der Kunst zu. Seine Handschrift verbindet zeichnerische Präzision, erzählerische Dichte und einen Blick für historische Räume, Figuren und literarische Stoffe. Die Ausstellung zeigt, wie eng Borutscheffs Werk mit Bamberg, der Buchkultur und der bildnerischen Interpretation von Weltliteratur verknüpft ist.
Weltliteratur in Bildern: Faust, Hoffmann und große Menschenthemen
Besonders eindrucksvoll sind Borutscheffs literarische Illustrationen. Überliefert sind zahlreiche Blätter zu Goethes Faust sowie Arbeiten zu E. T. A. Hoffmann, daneben handschriftlich übertragene Texte und bildnerische Annäherungen an Werke von Aesop, Aristophanes und Erasmus von Rotterdam. Gerade diese Verbindung aus Literatur, Zeichnung und geistiger Auseinandersetzung macht seinen Rang für die kulturelle Bildung in Bamberg sichtbar. Die Ausstellung lädt zu einer Werkbetrachtung ein, bei der Linie, Figur und Erzählung ineinandergreifen.
Bamberg als Motiv und Erinnerungsraum
Borutscheffs Kunst ist eng mit dem Stadtbild verbunden. Seine Darstellungen des Alten Rathauses, der barocken Bibliothekssaal-Figuren von Kloster Waldsassen oder der Kreuzgang-Kapitelle des Bamberger Karmelitenklosters zeigen eine tiefe Sensibilität für historische Form und plastische Wirkung. Die Ausstellung in der Neuen Residenz entfaltet diesen Blick auf das kulturelle Erbe Bambergs in einer ruhigen, konzentrierten Ausstellungsatmosphäre.
Begleitprogramm mit Führungen und Kunstvermittlung
Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vortrag, Erzählrunde, wöchentlichen Führungen, Kurzführungen am Museumstag, Kunstsnacks und Sonderführungen für Gruppen. Die öffentlichen Führungen finden dienstags um 17:00 Uhr statt, dauern eine Stunde und sind kostenfrei. Für Kunstinteressierte entsteht so ein lebendiges Kunsterlebnis zwischen wissenschaftlicher Erschließung und unmittelbarer ästhetischer Erfahrung.
Ort mit kulturhistorischer Strahlkraft
Die Staatsbibliothek Bamberg in der Neuen Residenz verbindet historisches Ambiente, geisteswissenschaftliche Sammlungskompetenz und barocke Raumwirkung. Der Ort selbst verstärkt den Eindruck der Ausstellung: historische Architektur, konzentriertes Licht und die Nähe zu den Schätzen des Dombergs bilden den idealen Rahmen für diese Wiederentdeckung eines beinahe vergessenen Künstlers.
Fazit: Wer Kunstgeschichte, Literaturillustration und Bamberger Kulturgeschichte erleben möchte, sollte diese Ausstellung nicht verpassen. Vergessene Kunst in Bamberg zeigt ein Werk von erstaunlicher Vielfalt und Tiefe und lädt dazu ein, Alexej Borutscheff im Original neu zu entdecken.
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- Website: https://www.staatsbibliothek-bamberg.de/










