Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff in der Staatsbibliothek entdecken

Event: Vergessene Kunst in Bamberg. Alexej Borutscheff (1911–1994) in Staatsbibliothek Bamberg, Neue Residenz, Domplatz 8, 96049 Bamberg on 7. Juli 2026

Datum und Uhrzeit

7. Juli 2026 17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Domplatz
Dompl., 96049 Bamberg, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

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Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff als Entdeckung im historischen Raum

Die Staatsbibliothek Bamberg öffnet den Blick auf ein außergewöhnliches Werk, das lange im Schatten der großen Kunstgeschichten stand. Die Ausstellung Vergessene Kunst in Bamberg. Alexej Borutscheff (1911–1994) führt in die Bildwelten eines Künstlers, der Architektur, Zeichnung, Illustration und literarische Fantasie zu einer eigenständigen Handschrift verband.

Ein Künstler zwischen Kriegserfahrung, Ankunft und Neubeginn

Alexej Archipowitsch Borutscheff wurde 1911 im west-russischen Roslawl geboren, geriet 1941 in deutsche Kriegsgefangenschaft und kam 1945 nach Bamberg. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod 1994. Die Ausstellung macht diesen Lebensweg nicht als bloße Biografie sichtbar, sondern als kulturelle Verdichtung: ein Künstler, der aus Bruch, Exil und Neubeginn eine Bildsprache entwickelte, die Bamberg bis heute prägt.

Zeichnung, Aquarell und literarische Imagination

Borutscheff wandte sich nach seinem Architekturstudium ganz der Kunst zu. Seine Arbeiten kreisen um Stadtansichten, Architekturdetails und die menschliche Figur. Besonders eindrucksvoll sind seine Illustrationen zu Goethes Faust sowie zu E. T. A. Hoffmann, mit denen er die Grenze zwischen Literatur und Bildkunst auflöst. Auch die barocken Figuren des Bibliothekssaals von Kloster Waldsassen und die Kapitelle des Bamberger Karmelitenklosters fanden in seinem Werk eine präzise, respektvolle Deutung. Die Ausstellung eröffnet damit eine ästhetische Erfahrung zwischen Werkbetrachtung, Kulturgeschichte und poetischer Zeichensprache.

Bamberg als Motiv und Lebensraum

Die Stadt selbst erscheint bei Borutscheff nicht nur als Kulisse, sondern als Erinnerungsträger. Seine Darstellungen von Bamberger Ansichten, seine Auseinandersetzung mit Kriegszerstörungen und seine sensiblen Beobachtungen des Alltags geben dem Kunsterlebnis eine besondere Tiefe. In der Neuen Residenz tritt dieses Werk in einen eindrucksvollen Dialog mit dem historischen Ort, an dem Handschriften, Frühdrucke und kulturelles Gedächtnis seit Jahrhunderten bewahrt werden.

Begleitprogramm mit Blick auf kulturelle Bildung

Zur Ausstellung gehört ein begleitendes Vermittlungsangebot mit Vortrag zur Eröffnung, Erzählrunde, wöchentlichen Führungen, Kurzführungen am Museumstag, Kunstsnacks und Sonderführungen für private Gruppen. Damit richtet sich die Schau nicht nur an Kennerinnen und Kenner, sondern auch an Besucherinnen und Besucher, die Kunstgeschichte im direkten Kontakt mit Originalen erleben möchten. Die öffentliche Führung am Dienstag macht das Format besonders zugänglich und niedrigschwellig.

Ort, Atmosphäre und Besuchserlebnis

Die Staatsbibliothek Bamberg in der Neuen Residenz am Domplatz 8 verbindet historische Architektur mit wissenschaftlicher Präzision. Genau diese Atmosphäre verstärkt die Ausstellung: stille Räume, konzentrierte Werkbetrachtung, ein ruhiger Blick auf Zeichnung und Illustration. Wer sich für Kunst nach 1945, literarische Bildwelten und die Bamberger Kulturgeschichte interessiert, findet hier ein außergewöhnliches Kunsterlebnis mit bleibender Wirkung.

Fazit: Diese Ausstellung führt eindrucksvoll vor Augen, wie reich und vielschichtig das Werk von Alexej Borutscheff ist. Wer Bamberg, Kunst nach dem Krieg und die Verbindung von Literatur und Bildsprache neu entdecken möchte, sollte diesen Besuch nicht verpassen.

Offizielle Kanäle von Staatsbibliothek Bamberg:

Quellen:

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