Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff in der Staatsbibliothek


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Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff neu entdecken
Die Staatsbibliothek Bamberg öffnet mit Vergessene Kunst in Bamberg. Alexej Borutscheff (1911–1994) ein faszinierendes Kapitel der Nachkriegskunst. Die Ausstellung lenkt den Blick auf einen Künstler, der Bamberg über Jahrzehnte mit Zeichnungen, Illustrationen und Stadtansichten prägte und dessen Werk nun in einer öffentlichen Führung lebendig wird.
Ein Künstler zwischen Architektur, Literatur und Erinnerung
Alexej Archipowitsch Borutscheff kam 1911 in Roslawl zur Welt, geriet im Zweiten Weltkrieg in deutsche Kriegsgefangenschaft und fand 1945 nach Bamberg. Hier wirkte er bis zu seinem Tod 1994 als freischaffender Künstler. Sein Weg vom ausgebildeten Architekten zur bildkünstlerischen Arbeit verleiht seinem Œuvre eine besondere Präzision: Linien, Räume und Figuren sind mit der Sensibilität eines Beobachters gebaut, der Architektur nicht nur darstellt, sondern in Bilder übersetzt.
Farben, Linien und literarische Bilderwelten
Borutscheffs Werk verbindet kunsthistorische Genauigkeit mit erzählerischer Kraft. Er zeichnete die barocken Figuren des Bibliothekssaals von Kloster Waldsassen ebenso wie die mittelalterlichen Kreuzgang-Kapitelle des Bamberger Karmelitenklosters. Bedeutend sind auch seine literarischen Illustrationen, darunter zahlreiche Arbeiten zu Goethes Faust und zu E. T. A. Hoffmann. Gerade hier zeigt sich die besondere Qualität seiner Kunst: Sie ist nicht bloß Illustration, sondern eigenständige Werkbetrachtung, in der Literatur, Kulturgeschichte und ästhetische Erfahrung ineinandergreifen.
Bamberg als Motiv und geistiger Resonanzraum
Die Ausstellung macht sichtbar, wie stark Borutscheff mit Bamberg verbunden war. Seine Bilder bewahren Stadtgeschichte, Erinnerung und Blickschärfe. Wer sich auf diese Führung einlässt, erlebt nicht nur Kunstwerke, sondern auch ein Kunsterlebnis im Spannungsfeld von Nachkriegszeit, kultureller Bildung und musealer Kuratierung. Die Präsentation in der Staatsbibliothek Bamberg verbindet Sammlungsbewusstsein mit öffentlicher Vermittlung und öffnet den Raum für ein konzentriertes, ruhiges Sehen.
Führung, Ort und Ausstellungserlebnis
Die öffentliche Führung dauert etwa eine Stunde und ist kostenfrei. Treffpunkt ist der Eingangsbereich der Staatsbibliothek Bamberg in der Neuen Residenz am Domplatz 8. Die Lage am UNESCO-Welterbe Bamberg, direkt neben Dom und Alter Hofhaltung, verstärkt die besondere Ausstellungsatmosphäre. Der Ort selbst gehört zum Erlebnis: historische Architektur, bibliophile Tradition und kunsthistorische Erinnerung verschmelzen zu einem eindrucksvollen Rahmen.
Fazit: Eine seltene Gelegenheit für Kunstliebhaber
Diese Ausstellung ist eine Einladung, einen beinahe vergessenen Künstler neu zu sehen. Alexej Borutscheff erscheint hier als poetischer Chronist Bambergs, als Zeichner der Literatur und als genauer Beobachter von Raum, Form und Geschichte. Wer Kunst mit Tiefgang, kultureller Bildung und stiller Intensität schätzt, sollte diese Führung unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Staatsbibliothek Bamberg:
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- YouTube: https://www.youtube.com/@BambergerBuchGeschichten
- Website: https://www.staatsbibliothek-bamberg.de/










