JEANSDINGE SAMMELN im Levi-Strauss-Museum: Denim, Kunst und Alltagskultur


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JEANSDINGE SAMMELN: Wenn Denim zur Denkfigur wird
Die Ausstellung JEANSDINGE SAMMELN führt in ein Kunsterlebnis zwischen Alltagskultur, Designgeschichte und musealer Forschung. Im Mittelpunkt stehen Objekte, die aus Jeans oder Denim bestehen, mit Denim bezogen sind oder die Bildsprache der Jeans tragen. So entsteht eine Ausstellung, die den vertrauten Stoff neu liest: als Material der Jugendkultur, als Träger von Erinnerung, als Oberfläche für Projektionen von Mode, Identität und globaler Produktion.
Denim als kulturelle Oberfläche
Die Sammlung der Jeansdinge umfasst inzwischen über 450 Gegenstände und wurde über zwei Jahrzehnte von der Künstlerin Katharina Hohmann und der Designerin Katharina Tietze aufgebaut. Jedes Objekt verweist auf ein Spannungsfeld zwischen Funktion und Funktionslosigkeit, zwischen Gebrauch und Inszenierung, zwischen Serielllem und Einzigartigem. Gerade diese Ambivalenz macht den Reiz der Werkbetrachtung aus: Ein Jeansobjekt bleibt vertraut und entzieht sich zugleich jeder einfachen Einordnung.
Von Popkultur bis Produktionskritik
Die Ausstellung öffnet den Blick für die große Symbolik des Jeansstoffs. Denim steht für Freiheit und Widerstand, für Mode und Arbeit, für Globalisierung und textile Massenproduktion. Gleichzeitig stellt das Konvolut Fragen nach Ausbeutung, nach der Geschichte des Materials und nach der sozialen Bedeutung von Dingen, die zwischen High und Low, zwischen Designobjekt und Alltagsgegenstand changieren. Diese kuratorische Perspektive verbindet Ästhetische Erfahrung mit kultureller Bildung.
Aktivierte Objekte, lebendige Bedeutungen
Besonders spannend ist der Gedanke, dass die Jeansdinge ihre Wirkung erst im Handeln entfalten. Im Rahmen der Ausstellung werden sie aktiviert, indem sie mit Verben wie trinken, baden, lesen oder rauchen in neue Ordnungen überführt werden. Aus der Sammlung wird damit kein statisches Archiv, sondern ein lebendiges Labor für Wahrnehmung, Deutung und Ausstellungspraxis.
Katharina Hohmann und Katharina Tietze: Forschung zwischen Kunst und Design
Katharina Hohmann ist als Künstlerin an den Übergängen von Bildender Kunst, öffentlichem Raum und Dingkultur interessiert. Ihre Praxis verbindet Malerei, Installation, Skulptur, Collage und Aquarell mit einem klaren Blick auf materielle und gesellschaftliche Zusammenhänge. Katharina Tietze arbeitet aus einer design- und kulturhistorischen Perspektive; ihr Fokus liegt auf Identität, Modegeschichte und einer feministischen Designgeschichte. Gemeinsam schaffen beide einen Reflexionsraum, in dem textile Objekte als Zeitzeugnisse gelesen werden können.
Fazit
JEANSDINGE SAMMELN verspricht eine Ausstellung voller Erkenntnisse, sinnlicher Details und kluger Fragen. Wer sich für Kunst, Design, Alltagskultur und die Geschichte eines der einflussreichsten Kleidungsstücke der Moderne interessiert, erlebt hier eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Schau. Ein Besuch lohnt sich unbedingt live vor Ort.
Offizielle Kanäle von Katharina Hohmann:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.katharinahohmann.de/










