TECLA in St. Martin Bamberg: Zeitgenössische Kunst im Kirchenraum erleben


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TECLA: Eine konzentrierte Kunstmeditation im Kirchenraum
Am Montag, 28. September 2026, lädt das Feierabendformat Eine Viertelstunde Kunst in die Bamberger Stadtpfarrkirche St. Martin ein. Im Mittelpunkt steht die zeitgenössische Installation TECLA – … wen soll ich noch fürchten? von Kerstin Himmler, eine Leihgabe des Diözesanmuseums Bamberg. Die rund fünfzehnminütige Werkbetrachtung verbindet ästhetische Erfahrung, spirituelle Reflexion und kulturelle Bildung.
Eine Installation zwischen Ritual und Erinnerung
Kerstin Himmlers installative, allegorische Arbeit nimmt Bezug auf Tecla Merlo, eine emanzipierte Ordensfrau und Mitbegründerin des Paulsordens. Die historische Figur steht für ein Leben in Demut, Einfachheit und geistiger Eigenständigkeit – zugleich eröffnete sie vielen Frauen neue Perspektiven.
Im Zentrum der Installation erscheinen die Utensilien einer rituellen Fußwaschung: eine Kanne, eine Schüssel und ein Tuch. Dahinter steht ein zierlich wirkender Stuhl, dessen Sitzfläche und Rückenlehne vermutlich aus Drucklettern gebildet sind. Die Objekte sind chromverspiegelt und stehen auf einem leuchtenden Grund, eingefasst von einem Würfelskelett aus lackiertem Stahl.
Material, Licht und Raumwirkung
Metall, Kunststein, Epoxidharz, Chromverspiegelung, Lack, Acrylglas und Holz prägen die Materialität der Installation. Spiegelnde Oberflächen setzen das Licht des Kirchenraums in Bewegung und erzeugen eine wechselnde Wahrnehmung zwischen sakraler Ruhe und moderner Künstlichkeit. Die geometrische Begrenzung des Würfels kontrastiert mit den vertrauten Formen von Schüssel, Kanne und Tuch.
Gerade im Kirchenraum entfaltet die Werkbetrachtung eine besondere Ausstellungsatmosphäre: Das alltägliche Objekt wird zum Zeichen, die Handlung der Waschung zur Choreografie von Fürsorge, Demut und innerer Stärke. Die Installation fordert keine schnelle Deutung, sondern eine aufmerksame ästhetische Erfahrung.
Kunst im Kirchenraum als kulturelle Bildung
Das Format der Veranstalter – die Hauptabteilung Kunst und Kultur des Erzbistums Bamberg, das Evangelische Dekanat Bamberg und der Katholische Seelsorgebereich Bamberger Westen – rückt zeitgenössische Kunst in einen lebendigen Dialog mit Architektur, Liturgie und persönlicher Wahrnehmung. Die kurze Dauer öffnet einen konzentrierten Moment zwischen Arbeitstag und Abend, in dem Malerei, Skulptur und Installation aus neuen Perspektiven erfahrbar werden.
TECLA bildet dabei den Auftakt zu einer Reihe von Kunstmeditationen in Bamberger Kirchen. Weitere Arbeiten von Rui Chafes, John Young, Andrea Landwehr-Ratka und Albert Ultsch erweitern das Programm zu einem stadträumlichen Parcours zeitgenössischer Kunst.
Fazit: Fünfzehn Minuten für eine nachhaltige Werkbegegnung
Die Kunstmeditation in St. Martin verspricht ein intensives Kunsterlebnis mit klarer Formensprache, symbolischer Tiefe und eindrucksvoller Raumwirkung. Wer zeitgenössische Kunst nicht nur betrachten, sondern im Zusammenspiel von Material, Licht, Geschichte und Spiritualität erleben möchte, findet in TECLA – … wen soll ich noch fürchten? einen prägnanten Anlass zur Werkbetrachtung. Der Eintritt ist frei; ein Besuch bereichert den Feierabend um einen stillen, inspirierenden Moment.
Offizielle Kanäle von Kerstin Himmler:
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