Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff in der Staatsbibliothek erleben

Event: Ausstellung: Vergessene Kunst in Bamberg in Bamberg on 18. Juli 2026

Datum und Uhrzeit

18. Juli 2026 17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz, Domplatz 8, 96049 Bamberg, Deutschland

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Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff wiederentdecken

Die Staatsbibliothek Bamberg rückt mit dieser Ausstellung einen Künstler ins Licht, der die Nachkriegszeit der Stadt auf ungewöhnlich eigenwillige Weise geprägt hat. Vergessene Kunst in Bamberg. Alexej Borutscheff (1911–1994) eröffnet erstmals einen umfassenden Blick auf das Werk des Architekten, Malers und Wahl-Bambergers, dessen Zeichnungen, Holzschnitte, Radierungen, Aquarelle und plastische Arbeiten zwischen Expressivität, Fantastik und literarischer Imagination leuchten.

Ein Kunsterlebnis zwischen Dom, Geschichte und Fantasie

Borutscheffs Biografie ist eng mit Bamberg verbunden: 1945 kam er nach der Kriegsgefangenschaft in die Stadt und lebte hier bis zu seinem Tod. Seine Kunst reagiert auf diese Erfahrungsräume mit kraftvollen Linien, dichten Bildwelten und einer Bildsprache, die sich dem Fantastischen Realismus annähert und doch unverwechselbar bleibt. Ansichten von Kirchen, Gebäuden, Figuren, Tieren und Szenen aus Bamberg und dem Umland verbinden sich mit einer oft überraschenden, poetischen Energie.

Literatur als Bildraum

Besonders eindrucksvoll sind Borutscheffs literarische Illustrationen. Die Ausstellung macht sichtbar, wie intensiv er sich mit E. T. A. Hoffmann, Goethes Faust und Texten russischer Autoren wie Tolstoi und Solschenizyn auseinandersetzte. Dass er ausgewählte Werke von Hand abschrieb und zeichnerisch begleitete, verweist auf eine ästhetische Haltung, in der Lesen, Sehen und Denken ineinandergreifen. So entsteht eine Werkbetrachtung, die weit über reine Dokumentation hinausgeht und in die geistige Werkstatt eines Autors im Medium der Kunst führt.

Farben, Linien und die eigene Handschrift eines Außenseiters

Die Ausstellung entfaltet eine besondere Ausstellungsatmosphäre, weil sie nicht nur ein Leben dokumentiert, sondern eine Haltung zur Welt sichtbar macht. Borutscheffs Arbeiten kreisen um Macht, Gewalt, Torheit, Liebe und Unangepasstheit. Gerade darin liegt ihre Aktualität. Seine Bildfindungen besitzen eine expressive Spannung, die in der historischen Umgebung der Neuen Residenz einen starken Resonanzraum erhält. Kunstliebhaber begegnen hier einem Oeuvre, das zwischen Architektur, Zeichnung, Grafik und Malerei eine eigenständige Position behauptet.

Ein Blick in die Sammlung der Staatsbibliothek

Die Staatsbibliothek Bamberg zeigt mit dieser Schau auch ihre Stärke als Forschungs- und Gedächtnisinstitution. Handschriften, Frühdrucke und historische Sammlungen bilden den institutionellen Rahmen, in dem Borutscheffs Nachlass nun neu gelesen werden kann. Die Ausstellung verbindet kulturelle Bildung mit kunsthistorischer Einordnung und macht nachvollziehbar, wie ein in Bamberg verwurzelter Künstler internationale literarische Horizonte mit lokaler Bildtopografie verschränkt.

Fazit: Diese Ausstellung lädt dazu ein, Alexej Borutscheff als eigenständige Stimme der Bamberger Kunstszene neu zu entdecken. Wer sich für Kunstgeschichte, Grafik, Literaturillustration und die ästhetische Erfahrung ungewöhnlicher Bildwelten interessiert, sollte diesen Termin nicht verpassen. Vor Ort entfalten die Werke ihre ganze Präsenz und machen Vergessene Kunst in Bamberg zu einem lohnenden Kunsterlebnis.

Offizielle Kanäle von Staatsbibliothek Bamberg:

Quellen:

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